Vor der Frankfurter Buchmesse…

Die Frankfurter Buchmesse steht vor der Tür und zugegeben: die Spannung hält sich in Grenzen. Zu viele alte Bekannte haben sich angekündigt, zu viele der üblichen Verdächtigen.  Viele Namen, auf die man sich hätte freuen können, sucht man im Veranstaltungskalender vergeblich. (Ralf Rothmann? Matthias Brandt? Saša Stanišić?) Internationale Größen scheinen dieses Jahr schon gar kein gesteigertes Interesse am deutschsprachigen Publikum zu haben. Die Frankfurter Buchmesse ist halt doch nicht für den Leser gemacht, sondern für  die Verlagsbranche.

Allmählich stehen die ersten Programme der großen Hot-Spots online. Traditionell lohnt sich ein Besuch am Spiegel-Stand, bei der ZEIT, der Süddeutschen und bei der F.A.Z., am Blauen Sofa und im Lesezelt. Alle Autoren der Stunde – sofern sie zur Messe kommen – schlagen an diesen neuralgischen Punkten früher oder später auf.

Buchmesse 2015
Buchmesse 2015

Zum Beispiel die türkische Star-Autorin Elif Shafak. Aber Achtung, sie hat lediglich zwei Termine auf der Messe, Mittwoch und Donnerstag, 19. und 20. Oktober – also an den Fachbesuchertagen. Und immerhin: Margarete Stokowski,  Carolin EmckeChristoph Niemann sind da. Außerdem können wir ja noch gespannt sein, wer heuer den Deutschen Buchpreis bekommt (nachdem der Literaturnobelpreis in diesem Jahr unter dem Vermerk „Themaverfehlung“ abgelegt werden muss). Und, wenn alle Stricke reißen: sonntags werden auf der Messe Bücher verkauft. Nirgendwo lassen sich besser die ersten Weihnachtsgeschenke des Jahres finden!

Erhellend: Der Orbanism Space

Seit einigen Jahren  lockt übrigens auch der „Orbanism Space“ unterm Buchmesse-Dach –  und er hat sich inzwischen zu einer der spannendsten Aktionsflächen der #fbm gemausert. Das Programm in Halle 4.1/D 88 ist schwer netzlastig (im Guten!), erinnert stellenweise an die re:publica, atmet den (Frei)Geist der Leipziger Buchmesse und ist für Verlagsmenschen ebenso erhellend wie für Medienleute, (Buch-)Blogger und Leser, die sich für den digitalen Wandel im weitesten Sinne interessieren –  oder einfach mal über den Tellerrand schauen wollen. Facebook- & Streetartist Barbara ist übrigens am Freitag um 11 Uhr da; am gleichen Tag um 13 Uhr beginnt ein Blogger-Treffen.

Und schon deshalb, weil sich die Frankfurter so viel Mühe damit geben, den Anschluss an „Leipzig liest“ zu finden: Das innerstädtische Begleitprogramm zur Buchmesse, „Open Books“, hat sich wirklich gemausert.  Sehr cool ist zum Beispiel, dass die Lesungen im Römer kostenlos sind – am Mittwoch und Donnerstag, 19. und 20. Oktober,  jeweils ab  19.15 Uhr.  Und im Filmmuseum laufen  zur Buchmesse vor allem Streifen aus den Ehrengastländern Flandern & Niederlande. Schon am Montag, 17. Oktober, ist am Schaumainkai der niederländische Filmemacher Anton Corbijn dort zu Gast.

Fazit:  Ob’s eine gute Messe wird, weiß man immer erst hinterher. Und irgendwas geht immer.

Flashback: Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse 2015 im Liveblog

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