Kommz: Und wir lieben dich doch.

Kommz 2015
Kommz 2015 (Foto: mm)

Es ist mal wieder Kommz-Zeit in Aschaffenburg: Im alten Römerbad im Nilkheimer Park proben überwiegend junge Leute das Hippie-Sein, ohne wirklich zu wissen was das eigentlich ist, während die etwas älteren Junggebliebenen sich nach gefühlt ewigen Zeiten endlich mal wieder in den Armen liegen und bald darauf die Köpfe schütteln: Weil sie inzwischen auf dem Kommz über Immobilienpreise diskutieren. Mann, wie die Zeit vergeht!

Man könnte nostalgisch werden, aber das muss man auf dem Kommz gar nicht unbedingt, weil sich hier ohnehin nicht so viel verändert hat im Lauf der Jahrzehnte. Auf dem Zeltplatz haben schon immer  ein paar Verrückte über die Stränge geschlagen, übers Musikprogramm mussten wir schon immer mal den Kopf schütteln, bevor wir im nächsten Moment eine neue Lieblingsband entdecken durften. Der Kommzler war schon bio bevor bio ein Ding war und bei der Bilderversteigerung am Sonntag haben wir noch jedes Jahr  festgestellt, dass Talent völlig überschätzt wird. Jeder kann malen auf dem Kommz, oder darf es dort zumindest von sich glauben.

Ich habe mal überschlagen, seit wie vielen Jahren ich jetzt schon aufs Kommz gehe? 20 vielleicht? 21? Und immer schon gab es Menschen, die über das Kommz geschimpft haben. Das waren in aller Regel gar nicht mal die direkten Anwohner, die an diesen drei Tagen im frühen August wirklich viel vom Kommz-Programm hören. Im Gegenteil, ich kenne einen Haufen Nilkheimer, die einfach selbst mit Kind und Kegel zum Kommz kommen, statt sich über irgendwas zu ärgern. (Außer vielleicht über jene Besucher, die wie die Deppen im Wohngebiet parken).

So viel Geläster, so wenig Ahnung

Die –  meist sehr pauschale – Kritik am Kommz kommt vielmehr überwiegend von solchen Leuten, die noch nie dort waren. Und die trotzdem ganz genau zu wissen glauben, wie es auf dem Festival zugeht. „Alles Kiffer“, „alles dreckig“, „nur Drogen da“, „alle besoffen“ –  wie oft müssen Kommz-Fans sich wegen solcher blöden Kommentare rechtfertigen! Vor Leuten, deren Vorurteile offenbar sehr viel größer sind als es ihr Horizont ist.  Ich habe das Kommz immer als friedliches Fest erlebt, die Leute sind gut drauf und entspannt (und wie sie sich in diesen Zustand bringen –  ihre Sache), Kinder und Familien fühlen sich wohl –  und ich hoffe, all das wird noch viele Jahre so bleiben.  Im übrigen ist es objektiv betrachtet ein Hammer, was ein Haufen Ehrenamtlicher da seit über drei Jahrzehnten mit riesigem Aufwand für Aschaffenburg auf die Beine stellt. Denn so ein Programm, solche Frei- (und Freu-!)Räume gibt’s in Aschaffenburg  nur einmal im Jahr, und sie sind ein immenser Gewinn.

Also an alle Hater da draußen: Zeigt mal echte Größe und schaut euch das Kommz erstmal an, bevor ihr darüber schimpft. Könnte euer Weltbild verändern.

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