Vorlesen? Das machen die anderen.

Warum gibt’s in Aschaffenburg eigentlich so wenige Lesungen von überregional etablierten (Roman-)Schriftstellern? Die Stadtbibliothek, das Kulturamt, die Buchhandlungen, die örtliche Kabarettbühne, die Volkshochschule – niemand stellt ein ansprechendes literarisches Programm auf die Beine. Rühmliche Ausnahmen gibt es, aber auffallend selten. In Aschaffenburg gebe es halt einfach kein Publikum für Texte, die nicht gerade ins Genre des Lokalkrimis … Mehr Vorlesen? Das machen die anderen.

Grammophon und Käsebier

Was für eine großartige Idee: Die Texte und die Musik der späten 20er-Jahre zusammenzubringen, das Berlin und die Welt, den Wahnsinn und die Wirren dieser Zeit zurückzuholen: Jo van Nelsen tut das mit seinen Grammophon-Lesungen; am Dienstagabend tat er es im Aschaffenburger Kirchnerhaus am Hauptbahnhof. „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ heißt das Buch, aus dem der Schauspieler und … Mehr Grammophon und Käsebier

Am Rande der Geschichte: The Girls von Emma Cline

„Da passiert ja gar nichts“:  Dieser Satz ist schnell gesagt über Emma Clines Roman The Girls, erschienen im Hanser Verlag. Tatsache, wer hier blutige Details über die Manson-Morde erfahren will, wird enttäuscht. Doch wer sich auf die Psychologie hinter dem Mythos einlässt, liest einen faszinierenden, atmosphärisch dichten, einen fesselnden Roman. Die Morde sind die unterliegende Katastrophe, auf die die Handlung unweigerlich zusteuert. Doch Emma … Mehr Am Rande der Geschichte: The Girls von Emma Cline

Zwischen Swinging Sixties und Holocaust

Man kann Lily Bretts Roman „Lola Bensky“ auf viele Arten lesen, eine davon: Als Augenzeugenbericht einer jungen Musikjournalistin, die in den 60er-Jahren so ziemlich jeden berühmten Musiker in London und New York vorm Aufnahmegerät sitzen hatte. Lola Bensky führt Interviews mit Mick Jagger, verleiht ihre künstlichen Wimpern an Cher, redet mit Jimi Hendrix über Dauerwellen und mit … Mehr Zwischen Swinging Sixties und Holocaust

Garth Risk Hallberg liest „City on Fire“

Am Ende einer jeden Buchmesse stehen die guten Vorsätze: Der Kopf ist voller Ideen und Eindrücke, auf dem Smartphone häufen sich die Fotos von Büchern, die das Lesen verdient hätten. Eines davon ist in diesem Bücherfrühling der New-York-Roman des Amerikaners Garth Risk Hallberg: „City on Fire“ ist ein rund 1000 Seiten starker Episodentext über den „Big Apple“ in den 70er-Jahren, veröffentlicht im … Mehr Garth Risk Hallberg liest „City on Fire“

Diese Ohrfeige sitzt

Abbas Khider hat einen Roman geschrieben, der vielleicht gar keiner ist. Denn stellenweise liest sich seine „Ohrfeige“ wie ein Erlebnisaufsatz: Da erzählt ein Flüchtling, wie es um die Jahrtausendwende war, in Deutschland als Asylbewerber zu leben. Es ist eine Flucht ohne Ankommen;  Khiders Romanfigur Karim Mensy will am Ende seiner Odyssee durch bayerische Asylheime nur noch fort … Mehr Diese Ohrfeige sitzt

Das Licht der letzten Tage

Was wäre, wenn morgen die Welt unterginge? Wenn wir wirklich nichts ausrichten könnten gegen den nächsten Super-Virus, der den Globus umrundet; wenn Antibiotika nicht mehr wirken würden? Emily St. John Mandels Roman „Das Licht der letzten Tage“ spielt dieses Szenario durch: Ein Grippevirus tötet innerhalb weniger Stunden gut und gerne 99 Prozent der gesamten Menschheit, übrig bleibt … Mehr Das Licht der letzten Tage